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Google Books
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Google Books (interner Projekttitel Project Ocean) ist die grĂśĂte private Sammlung retrodigitalisierter BĂźcher. Sie befindet sich im Besitz des US-amerikanischen Unternehmens Google LLC. Die Sammlung ist in AuszĂźgen Ăśffentlich einsehbar. Nach eigenen Angaben ist ihr Ziel, das in BĂźchern niedergeschriebene Wissen vorwiegend durch Digitalisierung fĂźr eine Volltextsuche zur VerfĂźgung zu stellen. Im Jahr 2019 gab das Unternehmen anlässlich des 15-jährigen Jubiläums von Google Books bekannt, im Besitz von Scans von Ăźber 40 Millionen BĂźchern in mehr als 400 Sprachen zu sein.cite-ref-blog-15-1-0[1]
Die Zeitschrift The Atlantic berichtete im April 2017, dass Google das Scannen von BĂźchern praktisch eingestellt habe.cite-ref-2[2] Im selben Monat schrieb das Online-Magazin Wired, dass innerhalb von Google nur noch wenige Leute an dem Projekt arbeiten, diese jedoch noch weiterhin BĂźcher scannen, wenn auch in einem weit geringeren Umfang als zuvor.cite-ref-3[3]
Contents
⢠Beschreibung
⢠Zugangsebenen
⢠Geschichte
⢠Kritik
⢠Urheberrecht
⢠Andere Projekte
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Beschreibung
Google Books speist sich aus zwei Quellen:
⢠Google Print im engeren Sinn, dem â nicht weiter kontroversen â Kooperationsprojekt mit Verlagen, und
⢠Google Library, bei dem BĂźcher groĂer akademischer Bibliotheken auch ohne vorherige Zustimmung der Rechteinhaber massenweise gescannt werden, was juristisch umstritten war und ist.cite-ref-zeitus-gericht-4-0[4]
Zugangsebenen
Bei Google Books gibt es vier Zugangsebenen:cite-ref-5[5]
⢠Vollansicht (Full view): Meistens ältere Bßcher, bei denen der urheberrechtliche Schutz abgelaufen ist
⢠Eingeschränkte Vorschau (Preview): Ein Prozentanteil der Buchseiten, den die Verlage der Rechteinhaber festlegen kÜnnen, wird gezeigt
⢠Auszugsansicht (Snippet view): Mangels Genehmigung der Verlage werden nur drei Zeilen in der Nachbarschaft eines gefundenen Suchwortes gezeigt.
⢠Keine Vorschau verfßgbar (No preview): Noch nicht digitalisierte Bßcher, von denen Google Books bislang nur die bibliographischen Angaben aufgenommen hat (ähnlich einem Bibliothekskatalog)
Geschichte
Im Oktober 2004 stellte sich Google Print auf der Frankfurter Buchmesse vor (Pressekonferenz mit den Google-Grßndern Sergey Brin und Larry Page).cite-ref-6[6] Im Dezember 2004 begannen Suchergebnisse aus gescannten Bßchern in den Ergebnislisten der englischen Suchoberfläche Google.com zu erscheinen. Google hat sich vorgenommen, 15 Millionen Bßcher bis 2015 zu scannen.cite-ref-7[7] Das entspricht etwa 4,5 Milliarden Seiten. Seit April 2005 existiert eine eigene Suche fßr die Inhalte des Programms. Im Oktober 2005 wurden zur Frankfurter Buchmesse deutsche und anderssprachige Benutzungsoberflächen präsentiert. Am 4. November 2005 wurde die Suchseite, mit einer erweiterten Suche versehen (Abfragen nach Zeiträumen sind mÜglich), offiziell vorgestellt. Am 17. November 2005 kßndigte Google die Umbenennung des Dienstes im unternehmenseigenen Weblog an.cite-ref-8[8] Seit diesem Zeitpunkt werden Anfragen von print.google.com nach books.google.com weitergeleitet.
Im September 2008 kĂźndigte Google an, gemeinsam mit nordamerikanischen Zeitungsverlagen Zeitungen zu digitalisieren. Die digitalisierte Version soll durchsuchbar sowie mit dem Webbrowser navigierbar sein und wie in der Printausgabe mitsamt den Fotografien, Schlagzeilen und Werbeanzeigen erscheinen.cite-ref-9[9]
Inzwischen gibt es bei einer Reihe von BĂźchern eine Kooperation mit Internet Archive. Dort gibt es Ausgaben in verschiedenen Formaten, fĂźr das PDF wird auf Google verwiesen (wo es fĂźr Werke nach 1864 fĂźr Nicht-US-Nutzer nicht verfĂźgbar ist, siehe Kritik).
Aus dem Korpus von Google Books wurden 2009 und 2012 die Datensätze fßr den Ngram Viewer in verschiedenen Sprachen erstellt.
Ende 2025 wurde angekĂźndigt, die klassische Version von Google Books werde deaktiviert.cite-ref-10[10]
Kooperation mit den Verlagen
Google erhält von den Verlagen Bßcher oder bekommt PDF-Dateien zugesandt. Die Bßcher werden gescannt und durch OCR als E-Texte in den Index aufgenommen. Nutzer kÜnnen jeweils nur vergleichsweise wenige Seiten des einzelnen Buchs einsehen. Nach einigen Seiten kÜnnen nur (kostenfrei) registrierte Nutzer eine Anzahl weiterer Seiten einsehen. Eine Reihe von Seiten ist von vornherein fßr den Zugriff gesperrt. Nach ErschÜpfung des Tageskontingents kÜnnen keine weiteren Seiten betrachtet werden. Frei zugänglich sind in der Regel das Inhaltsverzeichnis, nicht selten auch das Register.
Google versucht die Inhalte durch eine Art Kopierschutz (âDigitale Rechteverwaltungâ) zu schĂźtzen. Dass dies jedoch nicht immer vollständig angewandt wird, kann an verschiedenen FachbĂźchern problemlos nachvollzogen werden.cite-ref-11[11] Angeschaute Seiten lassen sich nach dem Anzeigen im Webbrowser mittels bestimmter Methoden sogar aus dessen Browser-Cache herauslesen und kĂśnnen mit entsprechenden Tools zu einer PDF-Datei zusammengefĂźhrt werden.
Kooperation mit Bibliotheken
Google scannt seit etwa 2005 den kompletten Bestand der Bibliothek der University of Michigan (Ăźber 7 Millionen Bände) sowie groĂe Teile der US-Universitätsbibliotheken der Harvard University und der Stanford University, der New York Public Library sowie in Europa der Bodleian Library der University of Oxford. Auch die Bibliotheken der University of Virginia, der University of WisconsinâMadison, der Princeton University, der University of California und der University of Texas at Austin beteiligen sich.
Ende 2006 traten zwei weitere Institutionen dem Verbund der Bibliotheken bei, die BĂźcher bei Google digitalisieren lassen: Die Nationalbibliothek von Katalonien (Biblioteca de Catalunya) in Barcelona und die Bibliothek der Universidad Complutense Madrid.
Am 6. März 2007 gab die Bayerische Staatsbibliothek in Mßnchen bekannt, als erste deutsche Bibliothek mit dem Projekt zu kooperieren. Es sollen nun etwa eine Million urheberrechtsfreie Werke aus den historischen Beständen und aus Spezialsammlungen digitalisiert werden.cite-ref-12[12] Ausgenommen von dem Digitalisierungsprojekt sind nur die Handschriften- und Inkunabelbestände sowie seltene und besonders wertvolle historische Drucke.cite-ref-13[13] Mittlerweile wurden weit ßber 1 Million Titel digitalisiert.cite-ref-14[14]
Im Juli 2008 gab die Stadtbibliothek Lyon als erste franzĂśsische Bibliothek bekannt, ihre BĂźcher digitalisieren zu lassen.cite-ref-15[15]
Am 15. Juni 2010 gab die Ăsterreichische Nationalbibliothek (ĂNB) bekannt, dass Google ihren urheberrechtsfreien Buchbestand digitalisiert. Die Kosten fĂźr die Digitalisierung der rund 400.000 BĂźcher betragen etwa 30 Millionen Euro und werden von Google getragen. ĂNB-Generaldirektorin Johanna Rachinger bezeichnete dieses Vorhaben als eine der grĂśĂten Ăśffentlich-privaten Partnerschaften in der Ăśsterreichischen Kulturlandschaft. 400.000 Bände vom 16. bis ins 19. Jahrhundert (mit Ausnahme jener BĂźcher, bei denen konservatorische Bedenken dagegen sprechen) sollen dabei im Volltext erfasst werden â rund 120 Millionen Buchseiten sind danach online und kostenlos abrufbar.cite-ref-16[16]
Das Projekt der Bayerischen Staatsbibliothek wurde inzwischen auf die ihr nachgeordneten bayerischen regionalen Staatlichen Bibliotheken ausgedehnt:
⢠Staatliche Bibliothek Passau: Circa 10.100 Titel wurden digitalisiert.
⢠Staatliche Bibliothek Regensburg: Von November 2012 bis Dezember 2015 wurden fast 70.000 Titel mit geschätzten 14 Millionen Seiten digitalisiert.cite-ref-17[17]
⢠Staats- und Stadtbibliothek Augsburg: Zwischen 2014 und 2020 wurden circa 88.000 Titel digitalisiert.cite-ref-18[18]
⢠Staatsbibliothek Bamberg: Von September 2019 bis Januar 2025 wurden 111.500 Titel mit ßber 34 Millionen Seiten digitalisiert.cite-ref-19[19]
⢠Landesbibliothek Coburg: Von November 2024 bis voraussichtlich Dezember 2029 sollen ßber 100.000 Titel digitalisiert werden.cite-ref-20[20]
Anwendung in der Forschung
Ein im Dezember 2010 in Science verĂśffentlichter Aufsatz berichtete Ăźber die MĂśglichkeiten, Google Books zur quantitativen Analyse von Kultur zu nutzen (Culturomics). Den Wissenschaftlern standen fĂźr ihre Analysen etwa 4 % aller BĂźcher, die jemals gedruckt wurden, zur VerfĂźgung. Sie konvertierten die BĂźcher in eine massive Datenbank der in den BĂźchern enthaltenen WĂśrter (N-Gramm). Die Herangehensweise lasse sich fĂźr Forschungen auf verschiedenen Gebieten wie Lexikografie, Evolution von Grammatik, kollektivem Gedächtnis, Technologieadoption, Ruhm, Zensur oder historischer Epidemiologie nutzen. Das Forscherteam schätzte zum Beispiel auf Basis der Datenbank, dass sich die GrĂśĂe des englischen Wortschatzes innerhalb des letzten Jahrhunderts fast verdoppelt habe. In einer anderen Untersuchung wurde der kulturelle Einfluss Sigmund Freuds mit dem Charles Darwins verglichen. Freud verlor demnach an Einfluss; Darwin habe Freud im Jahr 2005 Ăźberholt.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22]
Kritik
Probleme der Auswahl der Digitalisate
Der Historiker Jean-NoĂŤl Jeanneney â ehemaliger Direktor der FranzĂśsischen Nationalbibliothek, der mit Gallica ein freies europäisches Digitalisierungsprojekt betreibt â plädiert dafĂźr, dass Europa eine Alternative zum Google-Digitalisierungsprojekt auf die Beine stellt. An Google kritisiert er vor allem die Hegemonie des Englischen und den Kumulationseffekt (bei ihm genannt die âBlickfang-Methodeâ, Ăźblich ist der Begriff âRankingâ, siehe: PageRank), der dazu fĂźhre, dass im Kampf um die Aufmerksamkeit des Lesers eine gewollte Konzentration auf die ListenfĂźhrer stattfinde. Der stärkere Anbieter wird immer noch stärker auf Kosten des Schwächeren. Dadurch werde Google besonders fĂźr die Werbung wichtig. Diesem âkapitalistischenâ Google-Prinzip mĂśchte Jeanneney ein Modell entgegensetzen, bei dem der Staat das Sagen in Dingen des kulturellen Gedächtnisses hat. 19 National- und Universitätsbibliotheken in Europa haben den Appell der franzĂśsischen Nationalbibliothek unterzeichnet, um eine drohende geistige und kulturelle Vorherrschaft der USA zu verhindern.
Das Problem, dass Google Books mit seiner Marktdominanz durch seine Selektionspraxis Alternativen verstellt, wird auch in Deutschland gesehen, insbesondere bei der Recherche auf Spezialgebieten wie der Lokalgeschichte oder der Mundartforschung.cite-ref-23[23]
Probleme bei den Suchfunktionen
Eine Zuordnung von systematischen Sachgruppen und Schlagworten zu den BĂźchern wie in Bibliothekskatalogen erfolgt nicht. BĂźcher eines bestimmten Fachgebietes zu selektieren, ist nicht mĂśglich. Google geht davon aus, es genĂźge fĂźr die thematische Suche, alle WĂśrter in den BĂźchern zu erfassen. Die Eingabe eines Stichworts kann aber immer nur Ergebnisse in der verwendeten Sprache liefern. Es wird nicht berĂźcksichtigt, dass oft sprachĂźbergreifend gesucht wird und dass ein Wort in mehreren Fachgebieten verwendet werden und unterschiedliche Bedeutungen haben kann.cite-ref-gr-n-anz-24-0[24]
Probleme bei der Texterkennung
Der Spiegel bemängelte im Jahr 2007 die oft schlechte OCR-Qualität und die mangelhaften Metadaten.cite-ref-25[25] Es gibt Fälle, in denen der Autorenname vom OCR falsch erkannt wurde, so dass das Werk unter dem Autorennamen nicht gefunden werden kann.cite-ref-gr-n-anz-24-1[24] Die sichtbare Qualität der Seiten wurde wiederholt kritisiert. Dies betrifft die Punkte fehlende Textstellen und sichtbare Finger sowie Fingerlinge des Personals am Scanner.cite-ref-26[26] Der amerikanische Schriftsteller und Konzeptkßnstler Kenneth Goldsmith widmete dem Phänomen 2013 einen Essay im New Yorker.cite-ref-27[27]
Urheberrecht
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2009
Google Books ist insbesondere ins Rampenlicht gerĂźckt, da in das Projekt nicht nur urheberrechtsfreie, sondern auch durch das Urheberrecht geschĂźtzte Werke eingestellt werden.
Heftige Kritik von Autoren- und Verlegerseite brachte Google dazu, das Scannen von urheberrechtlich geschßtzten Bßchern bis November 2005 auszusetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten die Rechteinhaber angeben, welche Bßcher sie nicht zugänglich gemacht haben mÜchten (Opt-out-LÜsung). Während Google sich auf den Fair Use des US-Rechts beruft und dabei von renommierten Juristen unterstßtzt wird, fordern die Verleger und Autorenverbände, dass kein Buch ohne Zustimmung ins Programm eingestellt wird (Opt-in). Im Oktober 2005 wurden in den USA Klagen von Autoren und Verlegern gegen Google eingereicht.
Das âGoogle Book Settlementâ ist ein Vergleichsvorschlag, den Google Inc. auf eine Sammelklage US-amerikanischer Verlage und Autoren gegen sie ausgearbeitet hat.cite-ref-gbs-01-28-0[28] Die Widerspruchsfrist fĂźr Verlage und Autoren (âNicht-Teilnahme-Fristâ) wurde vom 5. Mai 2009 bis zum 4. September 2009 verlängert.cite-ref-gbs-01-28-1[28]cite-ref-29[29]cite-ref-asja-30-0[30]
Im September 2011 wurde bekannt:
âIn a surprise move, authorsâ groups slammed their one-time university partners with a lawsuit demanding that the schools surrender digital collections and stop working with Google (NSDQ: GOOG). The lawsuit opens a new phase in the fight over digital libraries and comes the same week that Googleâs controversial books settlement is expected to die in court.â
âIn einem Ăźberraschenden Vorgehen verpassten Autorenverbände ihren ehemaligen BĂźndnispartnern, den Universitäten, eine gerichtliche Klage, in der sie verlangen, dass die Hochschulen die digitalen BĂźchersammlungen aufgeben und die Zusammenarbeit mit Google einstellen. Die Klage erĂśffnet eine neue Runde im Kampf um digitale BĂźchereien und kommt in derselben Woche, in der dem umstrittenen âGoogle book settlementâ voraussichtlich vor Gericht der Garaus gemacht wird.âcite-ref-31[31]
Im November 2013 wurde im Urheberrechtsverfahren der amerikanischen Autorenvereinigung Authors Guild gegen Google der Antrag auf einen Geschworenenprozess abgewiesen und gleichzeitig festgehalten, dass Google Books grundsätzlich durch das âFair Useâ-Prinzip gedeckt sei.cite-ref-32[32] Dieses Urteil wurde im Oktober 2015 in zweiter Instanz bestätigt.cite-ref-33[33]
In den USA kritisierte etwa die âAmerican Society of Journalists and Authorsâ die Einigung als einen internen Handel zugunsten der daran Beteiligten.cite-ref-asja-30-1[30] Auch Mitglieder des Konkurrenzprojektes der Open Content Alliance kritisieren das Vorgehen von Google, das keine RĂźcksicht auf Copyright nehme.
Kritik aus Deutschland
Siehe auch
:
Heidelberger Appell
Das Urteil betrifft auch nicht-amerikanische Verlage und Autoren, da Google ßber das Internet weltweit erreichbar ist. Google kÜnnte dann jedes Werk deutschsprachiger Autoren, die keinen Einspruch in den USA erhoben haben (Widerspruchsfrist 4. September 2009), in digitalisierter Form auf seiner Plattform zur Ansicht stellen, ohne dass hiergegen noch rechtlicher Einspruch der Autoren mÜglich wäre. Fßr den deutschen Buchmarkt hat die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) einen eigenen Regelungsvorschlag ausgearbeitet. Die VG Wort kritisiert und klagt auf der einen Seite gegen Aspekte dieser mÜglichen Einigung vor einem amerikanischen Gericht. Auf der anderen Seite arbeitet die VG Wort mit Google bei der geplanten Umsetzung der Einigung zusammen.
In Deutschland fordern im Heidelberger Appell Schriftsteller, Verlage und Wissenschaftler den Schutz des Urheberrechts gegen seine AushĂśhlung. In dem Manifest werden zwei Dinge miteinander verbunden: die Kritik an der Google-Buch-Digitalisierung mit einer Kritik an Open-Access-Politik im Allgemeinen. Dies hat zu einer Zersplitterung der Kritiker des rasch voranschreitenden Google-Digitalisierungsprojekts gefĂźhrt. Ein groĂes Problem sieht der Heidelberger Appell insbesondere im Vergleich. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird der Verdacht eines âCoupon-settlementsâ nahegelegt, bei dem selbsternannte Klägeranwälte mit Google eine âEinigungâ aushandeln, um ein Ăźppiges Honorar und eine marktdominierende Stellung fĂźr Google zu erreichen.cite-ref-34[34]
Am 1. September 2009 kritisierte die Bundesregierung den Einigungsvorschlag. Sie forderte, dass zumindest eine eigene Klasse fĂźr die deutschen Rechteinhaber gebildet werden solle und diese von der pauschalen Einigung auszunehmen. Zudem behinderten Googles Copyright-Verletzungen und das Verhalten âErst tun, dann fragenâ Projekte wie die europäische Online-Bibliothek Europeana, die Autorenrechte vorab wahre.cite-ref-35[35]
Kritik durch die EU-Kommission
Anlässlich einer ExpertenanhÜrung durch die Europäische Kommission am 7. September 2009 erklärte Google, auf die Bedenken von Verlegern und Autoren eingehen zu wollen und deren Vertreter an der Beaufsichtigung des Projekts Google Books zu beteiligen. In Europa urheberrechtlich geschßtzte und lieferbare Bßcher sollen nicht ohne ausdrßckliche Erlaubnis gescannt und online zugänglich gemacht werden.cite-ref-36[36] Gleichzeitig bekundete die EU-Kommission, das Urheberrecht ändern zu wollen, da aufgrund der Gesetzeslage nur die USA von den Vorteilen der Digitalisierung und Online-Vermarktung profitieren wßrden.cite-ref-37[37]
Sonstige Rezeption
Der fßnfjährige Feldversuch eines Projekts der University of California, Berkeley und der Northeastern University kommt zu dem Schluss, dass ßber Google Books digitalisierte Bßcher um 5 bis 8 Prozent häufiger als Print-Edition gekauft werden und Zufallsfunde bei Recherchen Vorteile fßr kleinere und Independent-Verlage bieten kÜnnen.cite-ref-38[38]
Andere Projekte
⢠Die Open Content Alliance unter anderem mit Konkurrent Yahoo, dem Internetarchiv und der University of California hat im Rahmen der Open Library in groĂem Umfang BĂźcher katalogisiert und digitalisiert, als freie Inhalte und unter strikter Wahrung des Urheberrechts.
⢠Der Konkurrent und mÜgliche Partner von Google, das Internet-Versandhaus Amazon, bietet kommerzielle Bßcher im Volltext an, konzentriert sich jedoch auf aktuell im Handel erhältliche Bßcher, und will damit den Verkauf von Bßchern fÜrdern.
⢠MINERVA, ein europäisches Projekt zur Koordination der Digitalisierung europäischer Kulturgßter.
⢠Wikisource, ein freies Online-Projekt zur Sammlung und Edition von Texten, die entweder urheberrechtsfrei (gemeinfrei) sind oder unter einer freien Lizenz stehen.
⢠Project Gutenberg, ist eine ßber das Internet zugängliche und von Ehrenamtlichen erstellte digitale Bibliothek. 1971 gestartet, ist sie die älteste digitale Bibliothek der Welt.
⢠Gallica, das Digitalisierungsprojekt der FranzÜsischen Nationalbibliothek.
⢠European Library, eine europäische Initiative, die den Zugang zu den digitalisierten Werken der Mitgliedsländer verbessern soll.
⢠GroĂe Verlage wie Random House (Bertelsmann) beginnen, ihre Buchbestände zu digitalisieren und fĂźr Suchmaschinen auffindbar zu machen. Random House stellte im Februar 2007 Teile seiner Buchbestände (5000 Titel, weitere sollen folgen) online.cite-ref-39[39] Mit Insight ermĂśglicht das Unternehmen seinen Kunden eine festgelegte Anzahl von Seiten pro Titel zu durchsuchen.cite-ref-40[40]
⢠Seit Oktober 2007 ist mit Zeno.org eine weitere Online-Bibliothek verfßgbar.
⢠Libreka â die deutsche Antwort des BĂśrsenvereins des Deutschen Buchhandels auf Google Book Search
Literatur
⢠Jean-NoĂŤl Jeanneney: Googles Herausforderung. FĂźr eine europäische Bibliothek. Mit einem neuen Vorwort des Autors zur dt. Ausg. Nachwort Klaus-Dieter Lehmann. Ăbers. Sonja Finck, Nathalie Mälzer-Semlinger. Stiftung PreuĂischer Kulturbesitz. Wagenbach-Verlag, Berlin 2006 (deutsche Ausg.) ISBN 3-8031-2534-0 = Quand Google dĂŠfie lâEurope. Plaidoyer pour un sursaut Paris: Mille et Une Nuits, 2005 (Origausg.) ISBN 2-84205-912-3 â Rezension auf www.romanistik.info â Rezension auf Bloogle.
⢠Heiner Wittmann: âGoogle printâ und die europäischen Reaktionen. Eine digitale Bibliothek der EU als Antwort? In: Dokumente. Zeitschrift fĂźr den deutsch-franzĂśsischen Dialog. H. 4, 2005, 63 ff.
⢠Dirk Lewandowski: Die Search Engines erobern die Buchwelt (PDF; 248 kB). In: Password. Das deutsche Newsletter fßr Informationsprofis. Hattingen 11/2005, S. 29 ISSN 0930-3693.
⢠Dirk Lewandowski: Google Buchsuche. Bßcher kostenlos zum Download (PDF; 71 kB). In: Password. 10/2006, S. 36.
⢠Dominik BrĂźckner: Die Google Buchsuche als Hilfsmittel fĂźr die Lexikographie. In: Sprachreport. Institut fĂźr Deutsche Sprache (IDS), Mannheim 3/2009, S. 26â31, ISSN 0178-644X.
⢠Klaus Weber: Drei Jahre Freiheitsstrafe fßr alle Google-Mitarbeiter? Ein Beitrag zur Praxis des Urheberstrafrechts (PDF; 102 kB). In: Zeitschrift fßr Internationale Strafrechtsdogmatik (ZIS) 2010, S. 220 ff.
⢠Google Book Search Bibliography. digital-scholarship.org.
Weblinks
Commons
: Google Books
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Google Books
⢠Google Books Ngram Viewer
⢠Tipps und Tricks von Wikisource
⢠Daten zur Entwicklung
⢠Scott Rosenberg: How Google Book Search Got Lost (englisch)
⢠Bibliografie englischer Publikationen
⢠Einfßhrung zu Zeitschriften in Wikisource die von Google Books digitalisiert wurden.
⢠Literatur von und ßber Google Books im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
cite-note-blog-15-11. â 15 years of Google Books. In: blog.google. 17. Oktober 2019, abgerufen am 12. April 2020.
cite-note-22. â James Somers: Torching the Modern-Day Library of Alexandria. In: The Atlantic. 20. April 2017, abgerufen am 24. Oktober 2024 (englisch).
cite-note-zeitus-gericht-44. â Google-Books: US-Gericht bremst Googles BĂźcherpläne. zeit online, 23. März 2011, abgerufen am 17. Mai 2012.
cite-note-55. â Google: Das Library Project (abgerufen am 8. November 2021)
cite-note-66. â Google-GrĂźnder stellen in Frankfurt Google Print vor. heise online, 8. Oktober 2004, abgerufen am 17. Mai 2012.
cite-note-77. â Google-Books: Richter setzt Streitparteien unter Druck. zeit Online, 9. April 2010, abgerufen am 17. Mai 2012.
cite-note-88. â Jen Grant, Product Marketing Manager: Judging Book Search by its cover. Official Google Blog, 17. November 2005, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 8. November 2017; abgerufen am 20. November 2018 (englisch).
cite-note-99. â Punit Soni: Bringing history online, one newspaper at a time. googleblog.blogspot.com vom 8. September 2008.
cite-note-1010. â Klaus Graf: Die klassische Google Books-Version wird deaktiviert â Konsequenzen fĂźr die Seitencodierung. In: Archivalia. 10. Dezember 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025.
cite-note-1111. â So steht von dem Buch âActive Directory fĂźr Windows Server 2008â von Addison-Wesley, ISBN 978-3-8273-2740-6, an manchen Tagen fast der gesamte Inhalt des Buches offen im Internet
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